Gemüse mit Geschichte

Die Herkunft der schlanken Stangen scheint nicht eindeutig geklärt, denn in der Literatur gibt es dazu widersprüchliche Angaben. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass Spargel in Ägypten und China bereits um 3000 v. Chr. bekannt war, was bildliche Darstellungen vermuten ließen. Allerdings wurden die für Spargel gehaltenen Abbildungen später als Holzbündel oder Enden von Papyrusstängeln identifiziert. Bereits etwa 400 v. Chr. wird Spargel von Hippokrates, als Heilpflanze in seinen Schriften erwähnt. Etwa um 1260 v. Chr. entstand die erste Anleitung zum Anbau von Spargel, die wir Markus Corcius Cato (dem Älteren) verdanken. Erwähnt wird Spargel auch bei Agrippina als Leibspeise des Feldherrn Lucullus und des Kaisers Augustus. Alle diese Hinweise lassen darauf schließen, dass die Römer Spargel geliebt haben und ihn zum häufigeren Genuss kultivieren wollten. Etwa zu Beginn unserer Zeitrechnung scheint der bei uns verbreitete Asparagus officinalis von Kleinasien nach Italien gelangt zu seien, denn Plinius der Ältere erwähnt einen Spargel mit dickeren Stangen. Etwa ab 900 n. Chr. wird Spargel dann vor allem in Klostergärten wegen seiner medizinischen Wirkung kultiviert. Der erste, urkundlich erwähnte Anbau des Spargels in Deutschland erfolgte um 1565 im Lustgarten in Stuttgart. Von da breitete sich der Spargelanbau in ganz Deutschland aus. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts setzte dann die "Massen Produktion" von Spargel ein.

Fit und schön mit Spargel

Eigentlich beneidenswert: Spargel hat einen zarten Teint, ein herausragendes Köpfchen, ist groß gewachsen und gertenschlank. Dabei müsste er eher die Figur einer kleinen Bombe haben - zumindest was seine zahlreichen Inhaltsstoffe angeht. Mit 17 kcal pro 100 g zählt er zum kalorienärmsten Gemüse.
Den absoluten Rekord hält Spargel mit seinem Folsäuregehalt. Allein ein Pfund Spargel deckt den täglichen Bedarf zu über 70 Prozent. Dieses B-Vitamin ist wichtig für die Zellverjüngung und die Hormonproduktion.
In 500 g Spargel steckt so viel des Spurenelementes Chrom, dass der Tagesbedarf dreimal gedeckt wird. Chrom wird für den Kohlenhydratsstoffwechsel benötigt.
Eine große Portion deckt die Hälfte unseres Tagesbedarfs an Kalium.

Fitness im Stangenformat

"Polizist der Niere" - diesen Titel verdankt der Spargel seiner Asparaginsäure. Sie ist stark harntreibend und hält die Nieren auf Trab.
Kalorienarmut macht Spargel zur idealen Diabetikerkost.
Durch seinen hohen Kaliumgehalt schwemmt Spargel Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper - allerdings nur, wenn er beim Kochen nicht gesalzen wird!
Spargel unterstützt die Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit.
Nach den langen Wintermonaten dient der Spargel als Jungbrunnen schlechthin. In ihm stecken viele Schönheitsvitamine wie etwa Biotin, Niacin und die wertvolle Pantothensäure. Sie alle zusammen machen die Haut geschmeidig, sorgen für erholsamen Schlaf, Vitalität und kräftiges, gesundes Haar.